Presseerklärung Fördergesellschaft Nordhessen vom 24.09.2009
10.000 Besucher beim BLAUEN SONNTAG 2009

 
„Am Sonntag mache ich blau“: dieser Aufforderung kamen letzten Sonntag zahlreiche Nordhessen nach. Blauer Himmel und ein spannendes Programm lockten um die 10.000 Besucher an die 20 Standorte des ersten Blauen Sonntags in Nordhessen. Die Veranstalter vom Netzwerk Industriekultur Nordhessen (nino) sind von der Besucherzahl begeistert: „Die Resonanz zeigt, dass in Nordhessen großes Interesse an der industriellen Vergangenheit und Gegenwart besteht. Viele Besucher sehen bereits jetzt den Blauen Sonntag als ein wichtigen Bestandteil des kulturellen Angebotes in Nordhessen und wünschen sich eine Wiederholung in den nächsten Jahren“ stellt Dörte Schüssler von der Fördergesellschaft Nordhessen für die Veranstalter fest.

Besonderen Zulauf erhielten dabei Standorte, die zu diesem Tag exklusiv Veranstaltungen anboten, wie die Salzmannfabrik in Kassel oder das alte Schilde-Verwaltungs-Gebäude in Bad Hersfeld, in dem mehr als 1.000 Besucher in die Textilproduktions- und Maschinenbaugeschichte der Stadt eintauchten. „Erst durch die Initiative 'Blauer Sonntag' des nino-Netzwerkes konnte die Veranstaltung überhaupt stattfinden. Das große Interesse der Besucher spornt unsere Akteure an, den Weg zu einem ‚Haus der Industriekultur’ weiter zugehen.“ resümiert Ernst Lotz den Blauen Sonntag.

 
Noch mehr Andrang gab es im Henschel Werk Rothendithmold. Das Henschel-Museum und der Verein Technik Museum Kassel boten Führungen über das Gelände und viele Original Exponate aus der Henschel Produktion. Bereits bei der ersten Führung lauschten 350 Menschen den Ausführungen der Henschelaner.

Das nicht nur Technikbegeisterte den Blauen Sonntag besuchten, wurde u.a. in Kaufungen und Großalmerode deutlich. Am Rossgang in Kaufungen kneteten kleine Gäste fleißig mit blauer Alaunknete, am Glas- und Keramikmuseum in Großalmerode wurden Tonpfeifen getöpfert und Murmeln – in der Fachsprache Üller – gerollt. Dabei kamen auch die Erzählungen der ehemaligen Bergleute und der Fachverstand der heute noch in der Tonverarbeitung tätigen Anleiter nicht zu kurz. 

 

Auch im hessischen Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken hatten große und kleine Besucher bei den Angeboten der Traditionsvereine ihre Freude, auch wenn hier die Besucherzahlen etwas hinter den Erwartungen zurückblieben: „Die zahlreichen Veranstaltungen in der direkten Umgebung und das Badewetter waren durchaus Konkurrenz für unser Angebot. Zudem hatten Besucher wenig Möglichkeiten, den Besuch des Blauen Sonntag in Borken mit anderen Standorten zu kombinieren. Hier müssen wir bei zukünftigen Blauen Sonntagen Lücken schließen,“ bilanziert Museumsdirektor Gerhard Lenz die Veranstaltung.

 

Bereits am Freitag fanden Führungen bei SMA in Niestetal und B.Braun in Melsungen statt. Da die Teilnehmerzahl bei diesen Veranstaltungen begrenzt war, blieben sie für viele Interessierte leider verschlossen: die jeweils 60 Plätze waren im Handumdrehen ausgebucht. Hier zeigte sich gerade das Interesse der Bevölkerung, in produzierende Betriebe hinein zu schnuppern und zu erfahren, welche Bedeutung diese modernen Industrien heute für Nordhessen haben.

 

„Ohne das umfangreiche Engagement aller Standorte wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung überhaupt nicht möglich gewesen – und das, obwohl an beinahe allen Standorten das Angebot durch Ehrenamtliche getragen wurde“ lobt Dörte Schüssler die Akteure des Blauen Sonntag. Nun geht es darum, die Aktion gemeinsam mit den Akteuren, der nino-Steuerungsgruppe und den unterstützenden Büros, akp und PROFORMA in Ruhe auszuwerten und Pläne für die Folgejahre zu schmieden.